Torsten Frenzel

re:publica 2015 – ein recap

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In diesem Jahr hatte ich die Gelegenheit die re:publica zu besuchen und ich will es gleich vorweg nehmen – ich fand es großartig.
Als Newbe war auf dieser re:publica alles sehr aufregend für mich. Natürlich war ich am ersten Tag zu früh da, hatte das falsche Equipment dabei, trug zu viel und zu wenig mit mir herum.

Alle um mich herum schienen sich zu kennen und begrüßten sich teilweise überschwänglich.

Aber halt, ich kannte ja auch sehr viele. Ich sah „meine“ Podcaster, bekannte Netzgrößen und Internetaktivisten. Nur leider kannten die mich alle nicht. Ich fühlte mich wie in einem Offline-Podcastverzeichnis oder wie auf einer Offline-Suchmaschine. Zu jedem Thema waren die Macher um mich herum.

Das Problem nur, keiner kannte mich, bis ich meinen Laptop aufklappte. Auf dem Deckel meines Laptops klebt ein Aufkleber meines Podcasts – dem eGovernment-Podcast. Ich wurde am ersten Tag gleich zwei mal angesprochen, allerdings waren es leider keine Hörer sondern Blogger mit ähnlicher Interessenlage und zukünftige Hörer.

Was ich schnell feststellte war, dass Twitter Kommunikationsmittel Nr. 1 in dieser Welt ist. Kaum setzte ich über meinen Account @egovpod einen Tweet mit der Info, dass ich jetzt auch auf der re:publica sei ab, wurde ich per direct message angeschrieben.

Überhaupt, fühlte ich mich hier in dieser Welt wohl, jeder Besucher hatte mindestens ein Smartphone dabei und wusste es auch einzusetzen. Der Trend ging aber eindeutig zum Zweit- und Drittgerät. In den Sessions Notizen auf Smartphone oder Tablett und in den Pausen, in den Sitzlandschaften mit Stromversorgung, den Artikel am Laptop fertig geschrieben und veröffentlicht.

Das ging übrigens alles ganz einfach und schnell, denn die Veranstalter sorgten für ein offenes WLAN, das es besser wohl nur noch auf den einschlägigen Veranstaltungen des CCC gibt. Wir wurden mit einer symmetrischen 50 Mbit-Verbindung verwöhnt. Diese war je nach Tageszeit und Session zwar manchmal weniger schnell aber immer ausreichend für gutes Arbeiten.

Die Sessions fanden in 13 Sälen und auf verschiedenen Ständen statt. Es gab zu jedem Zeitpunkt mindestens eine Session von Interesse für mich. Leider waren es oft viel mehr, und schwierige Entscheidungen waren zu fällen. Ich habe mich zwar schon im Vorfeld auf die re:publica vorbereitet und mir versucht einen Plan zu machen aber vor Ort ist vieles anders.

Ich absolvierte mein tägliches Programm und traf Leute. Letzteres sorgte dafür, dass ich die eine oder andere Session verpasste. Zum Glück wurden sehr viele aufgezeichnet und auf YouTube veröffentlicht. Die meisten der Vorträge, die ich verpasst habe, habe ich bereits angesehen.

Parallel zur re:publica fand ein Kongress mit dem Namen Effizienter Staat statt. Leider vermischten sich die Teilnehmer nicht, obwohl sie über die gleichen Themen sprechen, wenn auch aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Ganz im Gegenteil, beide Lager „lachten“ übereinander ohne vielleicht einmal darüber nachzudenken ob beide Veranstaltungen im nächsten Jahr vielleicht kooperieren oder gar räumlich enger zusammenrücken könnten. In erster und einfacher Schritt wäre, der Austausch von Rednern. Auf beiden Konferenzen finden sie ihr Publikum.

Über Twitter wurde ich schon angesprochen, warum der eGovernment-Podcast von der re:publica berichtet und nicht vom Effizienten Staat. Dazu kann ich nur sagen: That’s your fault guys. Öffnet euch und kommuniziert mit der „Netzwelt“ und den „Machern im Netz“.

Hier ein paar Bilder der re:publica 2015 auf Flickr …

… und ein paar von mir.

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