Torsten Frenzel

Küche kaufen – Supershow im Möbelhaus

Küche kaufen im Möbelhaus
Es war soweit, wir hatten einen der begehrten Küchenberatungstermine in einem großen Möbelhaus ergattert. Jetzt sollte dem Projekt Küche kaufen nichts mehr im Wege stehen.
Nachdem wir am ersten Schreibtisch, über dem großes „I“ für Informations prangte, sehr rüde an die Information verwiesen wurden, führte uns ein Mitarbeiter zu einem Küchenberater. Der Küchenberater begrüßte uns. Wir erklärten ihm, dass wir eine Küche kaufen wollen und er begann mit Bleistift auf Millimeterpapier den Grundriss zu zeichnen. Später zeichnete er alle von uns diktierten Schränke ein. Als das geschafft war schleuste er uns durch die Küchenausstellung um die Farbe der Fronten und der Arbeitsplatte sowie die Form der Griffe zu besprechen. Zurück am Beratungstisch, über welchem übrigens auch ein „I“ hing. begann er mit der Supershow. Er übertrug alle Daten in seinen Computer und präsentierte unsere Küche in 3D. Er drehte den Raum und zeigte uns unsere zukünftige Küche aus allen Blickwinkeln. Nach ein paar Diskussionen über Symmetrie und Küchengeräte machte er uns ein Angebot. Dieses Angebot überstieg unser Budget, welches wir ihm zu Beginn des Gespräches mitteilten, um weit mehr als das Doppelte. Daraufhin sagten wir ihm, dass wir unter diesen Umständen auf keinen Fall diese Küche kaufen können. Er setzte die Supershow fort und zog fast 50% Herstellerrabatt ab. Dann noch einmal 20% Möbelhausspezialrabatt und das Ergebnis lag noch weit über dem Budget. Damit wir die Küche nun endlich kaufen können versprach er uns noch einmal mit seinem Chef über einen Supersondersamstagschefrabatt zu sprechen. Er verließ uns und kam nach 5 Minute mit der Zustimmung seines Chefs zum Supersondersamstagschefrabatt zurück. Dieses, nun leicht unter unserem Budget liegende Angebot, müssen wir aber sofort annehmen, sonst gilt es nicht mehr. Er ließ noch eine Bemerkung fallen, dass die Kunden, die zweimal kommen um sich für eine Küche zu entscheiden uninteressant für das Möbelhaus sind da sie nur Beraterkapazitäten binden.
Nach dieser, in meinen Augen, unseriösen Vorstellung und der Tatsache, dass wir nicht einmal ein Bild oder Grundriss der geplanten Küche mitnehmen konnten, verließen wir das Möbelhaus und entschlossen uns hier nicht zu kaufen.
Ich frage mich, ob alle Verkäufer dieses Möbelhauses solche unseriösen Verkaufstaktiken anwenden um ihre Kunden schon im ersten Gespräch dazu zu bringen sofort eine Küche zu kaufen.

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