Torsten Frenzel

Abenteuer Wohnungssuche in München – Das Geschäft mit Todesanzeigen

Bei unserer Suche nach einem Mietobjekt weckte eine Anzeige unser Interesse und ich schrieb den Makler per E-Mail an.
Nach ein paar Tagen meldete sich telefonisch eine Mitarbeiterin des Maklers und teilte mir mit, dass das Objekt für welches wir uns interessieren leider schon vermietet ist. Sie bot mir aber ein ähnliches Objekt ganz in der Nähe an und ich vereinbarte gleich einen Besichtigungstermin mit ihr. Ein Exposé konnte sie uns allerdings nicht zur Verfügung stellen, da sie dieses Objekt gerade erst zur Vermittlung bekommen haben und wir somit die ersten Interessenten sind.
Ich war sehr überrascht und freute mich einmal proaktiv von einem Makler über eine Immobile informiert worden zu sein.
Zum vereinbarten Termin warteten wir wieder an einer Straßenecke auf den Makler. Diesmal waren wir anscheinend die Einzigen Interessenten.
Ein Nachbar begrüßte uns freundlich und fragte uns für welches Objekt wir uns denn interessierten. Nach kurzer Zeit stellte er fest, dass es sich nur um das Haus an der Ecke handeln konnte und erzählte uns einige Geschichten über den kürzlich verstorbenen Besitzer.
Während wir warteten hatte ich die Gelegenheit mir die Gegend ein wenig genauer anzusehen und Ausschau nach Spielplätzen, Kindergärten und Läden zu halten.
Als der Nachbar feststellte, dass wir schon 30 Minuten warten und sich kein Makler zu uns gesellte rief er die Tochter des verstorbenen Besitzers an. Eigentlich wollte er sich nur versichern, das die Besitzerin den Termin nicht verpasst hat. Was sich dann aber herausstellte war sehr komisch.
Wir sprachen mit der Besitzerin am Telefon und sie erzählte uns, dass ihr Vater erst vor 3 Wochen gestorben sein, sie bisher noch nicht viel im Haus aufräumen konnte bzw. schon so weit wäre das Haus auszuräumen. Ganz zu schweigen davon, dass sie noch weit davon entfernt ist einen Makler zu beauftragen das Haus zu vermieten oder zu verkaufen.
Es überraschte beide Seiten sehr, dass uns der Makler hierher bestellt hat.
Auf Wunsch der Eigentümerin hinterließen wir unsere Kontaktdaten und verabschiedeten uns.
Hier hat ein Makler versucht seinen Claim abzustecken und schon vor der eigentlichen Maklersuche und Auftragsvergabe seine Ansprüche sicherzustellen.

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